Franziska Göbke - Ani Briska 

        - Mary Skull                    

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2018-03-07

<3 Mommy dearest <3

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1.

Seit guten zehn Minuten stand ich im Türrahmen, der zum Gruppenraum der Kita führte. Hier sollte meine Tochter, mein Sonnenschein, meine Prinzessin - meine Nummer ein also zukünftig ihre Tage verbringen? Ernsthaft? Das Spielzeug wirkte alt und gebraucht. Die Einrichtung tat es ihr gleich. 
Ich machte einen Schritt zurück und prallte geradewegs an die Schulter meines Mannes. 
“Elli! Das Thema haben wir jetzt tausende Male durchgesprochen. Fast genau so oft, wie du mit unserer Prinzessin einen Rückzieher machen wolltest! Jetzt ist Schluss!” Ich setzte zu einer bösartigen Erwiderung an, doch Leon nahm mir unsere Tochter und ging geradewegs auf eine ältere Dame zu. 
“Und ich dachte immer Cruella Devil sei nur eine Filmfigur”, platzte es aus mir heraus. Wütende Augen sahen zu mir hinüber. 
“WAS! Ich finde wir sollten das noch einmal gut überdenken. Immerhin ist sie doch erst drei. Und ich bin zu Hause. Sie muss in keinen Kindergarten.” Doch meine Worte prahlten an meinem Ehemann ab! Er widmete sich lieber dem Gespräch mit “Cruella”. Fragte mich jemand danach, wie es mir ging? Schnurzelchen brauchte keine anderen Kinder, immerhin hatte sie doch mich! Nicht zu vergessen unsere Freunde aus dem Krabbelkurs. 
“Machen Sie sich keine Sorgen, Ihre Tochter wird sich bei uns wohlfühlen.” Und wer bitte glaubte diesen Bullshit? Wohlfühlen? Mein Armes Kind saß auf dem kalten Boden und musste sich mit anderen Bausteine teilen! Doch die Krönung meines Tages war, dass besagte “Erzieherin” uns nun auch noch die Tür vor Nase verschloss. Am liebsten wäre ich mit einem Bulldozer durch das Holz gebrettert. 
“Wenn du so weiter machst, wirst du Maria mit achtzehn noch auf den Arm nehmen!” Ich blähte die Wangen auf, fuchtelte wild mit den Hände und machte schließlich auf dem Absatz kehrt. 
“Elli! Du lässt deine Tochter einfach mal Kind sein!” Wieder setzte sich Leon über meine Bedürfnisse hinweg! HALLOHO? Sie war mein Baby und Maria gehörte zu ihrer Mutter und nicht in ein Bakterien verseuchtes Nest! Was kam als nächstes? 
“Ich gebe mich für´s Erste geschlagen, aber glaub ja nicht, dass du den Krieg damit gewonnen hast”, erwiderte ich, während wir den Kita-Komplex verließen. 
“Wenn du nicht meine Frau wärst, dann würde ich gern etwas anderes mit dir veranstalten”, meinte Leon. Einen Blick in meine Richtung vermied er dabei.
“Und was wäre das, Mister?”, hakte ich unterschwellig nach. 
“Dir den Arsch versohlen”, lautete die knappe Antwort. 
“Ohooo. Machen wir jetzt auf Mr. Grey, nur ohne Spielzimmer, Spielzeug und Millionen?”, gab ich bissig zurück.
“Elli!”, warnte Leon mich. 
“Elli”, äffte ich ihn nach und stieg in den Wagen. 
“Madame, ich warne dich! Deine Tochter kann mit drei mehr Schimpfwörter, als der Duden hergibt!”
“Und deshalb muss sie in solch eine Sozialeinrichtung?”, konterte ich. An den blähenden Nasenflügeln merkte ich, dass Leons Geduld allmählich am Ende war. 
“Die Diskussion ist beendet, Frau!” Ich verzog eine Grimasse, ohne das er es bemerkte! Von wegen beendet! Die Begann soeben erst!

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